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Hundeverbot am Aabach?

Wespe Ruth 29.11.2017

Stellungnahme unseres Vereins:

Das heutige Naturschutzrecht, welches in einem demokratischen Prozess entstanden ist, macht viele strenge Vorschriften, die bisher nur ungenügend umgesetzt wurden. Kanton und Gemeinden haben die schwierige Aufgabe, diese Vorschriften so in der Praxis um- und durchzusetzen, wie sie die Mehrheit der Bürger gutgeheissen hat. Die Herausforderung ist gross, denn neben dem finanziellen Aufwand bedeutet dies auch zahlreiche Konflikte zwischen Nutzungs- und  Schutzinteressen.

Die Gemeinde Schmerikon hat versucht, mit einem Hundeverbot zwischen Aabachdelta und Hallenbadareal den Ansprüchen des naheliegenden nationalen Naturschutzgebiets „Grosse Allmeind“ besser gerecht zu werden. Leider hat sich bisher gezeigt, dass durch die stetige Nutzung der beliebten Wege insbesondere durch Hundehalter der seltene Lebensraum Flachmoor zu stark beeinträchtigt wird. Flachmoorflächen wurden in der Schweiz seit 1900 um rund 90% dezimiert und unterstehen deshalb, und weil sie sehr viele seltene Tiere und Pflanzen beherbergen, einem rigorosen Schutz. Der Erhalt der grossen Naturwerte ist aber nur mit Nutzungseinschränkungen möglich. Die Nutzungseinschränkung, dass sich während der Brutzeit keine Hunde im Gebiet tummeln dürfen, konnte bisher nicht durchgesetzt werden.

Die Naturschutzorganisationen wünschen sich zur Entschärfung dieser Konflikte einen Rangerdienst, der das Einhalten der Schutzbestimmungen kontrolliert und die Besucher über die Naturwerte aufklären kann. Ein Konzept für die Linthebene wurde erarbeitet, wie diese Kontrollfunktion vermittelnden Charakter haben kann, wo der Bedarf nach einer Schutzgebietsaufsicht besonders gross ist und was der finanzielle Aufwand bedeuten würde. Leider stolpert dieses Konzept an der Finanzierung; man würde sich eine Schutzgebietsaufsicht zwar wünschen, auch weil gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Schutzauflagen eingehalten werden, möchte aber die Mittel dafür nicht zur Verfügung stellen.  

Es ist sehr schade, dass es zu einem bissigen Streit eskaliert, wenn die Gemeinde lediglich versucht, ihre Aufgaben zielorientiert wahrzunehmen. Leider zeigt dieses Beispiel wiederum auf, dass durch wenige Fehlbare, welche die Regeln missachten, die pflichtbewussten Tierfreunde bestraft werden. Wir appellieren, sich gegenseitig Respekt zu zeigen, Offenheit für andere Bedürfnisse mitzubringen und Verständnis für Schutzinteressen und Hundefreunde zu haben.