Exkursion durch den Burgerwald
Am 6.6.25 luden wir zu einer Exkursion - geführt von Revierförster Pascal Rhyner ein. Nach einer kurzen Begrüssung, mit Sicht auf einen kontrastreichen Regenbogen, führte Revierförster Pascal Rhyner durch den weitläufigen Burgerwald. Er erklärte die Aufgabe der verschieden eingestuften Waldflächen und ging professionell auf die Fragen der Teilnehmenden ein.
Im steilen Gelände, hoch über dem Ranzachtobel, wächst ein klassierter Schutzwald. Die hier wachsenden Fichten, Tannen, Buchen und Bergahorne verhindern Erdrutsche, die im Bachbett stauen und im Tobel Wanderer bedrohen können. Diese Waldpflege stellt hohe Anforderungen an die Forstwarte.
Wenn nicht anders möglich, werden hier Helikopter für das Abtransportieren von Baumstämmen eingesetzt.
Dass die Fläche um den Picknickplatz bei der Blockhütte als Natur- und Erholungswald eingestuft ist, leuchtete allen ein. Herr Rhyner zeigte an der Anzahl seltenster Moose und an markanten Einzelbäumen, dass hier und an weiteren sieben Standorten Naturwälder gefördert werden, sei es mit Totholz, natürlich fliessenden Gewässern und der Option, in passender Lage Wasser zurückzubehalten. Dies dient Vögeln, Wild und dem Feuersalamander als Wasser- und Laichstelle. Auf die Frage, ob im Burgerwald auch ein Waldreservat kartiert sei, verwies der Revierförster fundiert auf das Waldreservat des Klosters Wurmsbach und der Ortsgemeinde Schmerikon, in welchem der Wald sich ohne menschliche Eingriffe natürlich entfaltet.
Ganz anders zeigte sich die Monokultur mit Fichten beim nächsten Halt. Der ehemalige Wirtschaftswald wurde als Altersklassenwald bewirtschaftet. Nun wird er zum Mischwald verjüngt und im Dauerwaldmodell bewirtschaftet. Im Winter gut hörbar wird hier gesundes Holz geschlagen. Dies fördert die Verjüngung des Waldes mit möglichst klimafitten Baumarten. Kranke Bäume werden als Totholz stehen gelassen, sofern sie nicht eine Gefahr entlang der Wanderwege sind. Pascal Rhyner beantwortete die Fragen zu Störungen durch Freizeitaktivitäten und zur Ausbreitung von der armenischen Brombeere, indem er die Zusammenhänge im Lebensraum Wald erläuterte. Die nahenden Gewitterwolken beschleunigten die Führung, an einer Fläche Erholungswald vorbei zu den eingezäunten Versuchsflächen. Diese werden mit Monitorings wissenschaftlich untersucht. Die Fragestellung hier ist: Welche Pflanzen sind resistent, wenn die durchschnittliche Temperatur steigt? Edelkastanien wachsen neben tiefwurzelnden Eichen und Bergahorn. Flachwurzelnde Nadelgehölze stehen nach länger dauernden Hitzeperioden im Trocknen. Dies war an diesem Abend nicht der Fall.
Bei niederprasselndem Urwaldregen fand der Abschluss der hoch interessanten und diskussionsreichen Führung unter dem Dach der Blockhütte statt.